Eine Frau mit dunklen, sehr lockigen Haaren läuft lächelnd die Straße entlang. Man sieht nur Kopf und Oberkörper. Sie trägt ein rot-weiß gestreiftes T-Shirt und eine gelbe Steppjacke
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5 Dinge, die mehr Menschen über den weiblichen Zyklus wissen sollten

Ich wünsche mir, dass mehr Menschen diese 5 Dinge über den weiblichen Zyklus wissen. Und damit möchte ich ausdrücklich Personen jeden Geschlechts ansprechen. Unabhängig davon, ob du einen Zyklus hast oder nicht, einen haben wirst oder eigentlich das Gefühl hast, dass dich all das gar nicht betrifft. Ich wünsche mir, dass du das hier weißt:

1. Der weibliche Zyklus ist mehr als die Periode

Die Periode ist sicherlich das auffälligste am weiblichen Zyklus und vielleicht gleichzeitig das nervigste. Für die menstruierende Person geht sie häufig mit Anspannung, Verkrampfung, einem Stimmungstief und manchmal leider auch Schmerzen einher, während die Menstruation von allen anderen häufig als lästig empfunden wird. Ob die Periode dieses Stigma verdient, ist eine ganz andere Frage, aber sie ist in jedem Fall nicht das Einzige, was den weiblichen Zyklus ausmacht.

Tatsächlich hat der Zyklus 4 Phasen und durch diese wird es einer Frau möglich Leben zu schaffen. Ein Kind kann in ihrem Bauch heranwachsen, ein neuer Mensch! Aber auch all die Zyklen, in denen die Eizelle unbefruchtet bleibt, sind wichtig und bestimmen das Leben der Frau auf ihre ganz eigene Weise. Deshalb, wenn du in Zukunft über den weiblichen Zyklus sprichst oder etwas dazu hörst behalte bitte im Kopf: Der weibliche Zyklus ist mehr als die Periode!

Ich spreche in diesem Beirag von Frauen. Mir ist bewusst, dass nicht alle Personen mit Zyklus sich als Frauen identifizieren. Zur besseren Lesbarkeit werde ich das aber nicht jedes Mal wiederholen.

2. Der weibliche Zyklus ist normal und darüber zu sprechen nichts Anstößiges

Es gibt ungefähr 3,5 Milliarden Frauen auf der Welt und ein großer Anteil von ihnen durchlebt alle paar Wochen die verschiedenen Phasen des Zyklus. Wie genau, das mag sich unterscheiden, aber Fakt ist, dass sie alle in ihrem Leben in irgendeiner Weise damit zu tun haben. Und auch für die Männer ist er von Bedeutung: Denn sie alle sind auf Grund dieses Zyklus entstanden. Und nur mit Hilfe dieses Zyklus können auch sie wieder Leben schaffen. Außerdem gibt es wohl niemanden, der in seinem Leben nie mit einer Frau zu tun hat. Und Anteilnahme am Leben seiner Familienmitglieder und Freunde schließt damit auch eine gewisse Anteilnahme am weiblichen Zyklus und all seinen Auswirkungen mit ein.

Der weibliche Zyklus betrifft also auf die eine oder andere Weise das Leben jeder Person in jedem Land dieser Erde. Er ist die Grundlage menschlichen Lebens im Allgemeinen und bestimmt das Leben vieler Frauen auf diesem Planeten.

3. Die Zyklusphasen beeinflussen Denken und Verhalten der Frau

In jeder der 4 Zyklusphasen dominieren andere Hormone und diese lösen unterschiedliche Bedürfnisse aus. Verallgemeinert gesprochen: Während die Frau zum Beispiel in der Lutealphase und während der Menstruation etwas mehr Ruhe und Entspannung benötigt als sonst, möchte sie in der Follikelphase und während dem Eisprung eher Dinge unternehmen und ihre Kontakte pflegen. Es gibt aber noch viele weitere Möglichkeiten, wie der Zyklus sich auf das mentale Wohlbefinden auswirken kann.

Leichte Stimmungsschwankungen im Verlauf des Zyklus sind also etwas ganz Natürliches und keiner sollte sich darüber lustig machen. Denn die Zyklusphasen beeinflussen das Leben der Frau auf vielfältige Weise und einiges davon hat auch einen biologischen Zweck. Aber selbst wenn sie das nicht hätten, ist ein Anerkennen dieser natürlichen Schwankungen in Denkweise und Verhalten essenziell, denn so funktioniert der weibliche Körper nun mal.

Mehr zu den Zyklusphasen findest du in diesem Beitrag

4. Der weibliche Zyklus ist super individuell

Auch wenn er grundsätzlich immer nach dem gleichen Schema abläuft, unterscheiden sich gerade die Auswirkungen des Zyklus von Frau zu Frau. Die einen haben während der Menstruation starke Unterleibskrämpfe, die anderen Rückenschmerzen und wieder andere merken kaum etwas davon. Manche Frauen spüren tatsächlich ihren Eisprung während andere nur grob schätzen können, wann dieser stattgefunden hat. Der Zyklus dauert bei vielen Frauen um die 28 Tage, es können aber auch 25 oder 35 sein.

Genauso verläuft auch der Zyklus der gleichen Frau nicht jedes Mal identisch. Mal hat man mehr Schmerzen während der Menstruation mal weniger, vielleicht kommt in einem Monat PMS dazu oder man spürt die Stimmungsschwankungen stärker als sonst. Auch die genaue Dauer kann sich von Mal zu Mal unterscheiden.

Der weibliche Zyklus ist individuell und nicht beständig immer gleich. Deshalb kann man grob erklären, wie er funktioniert und was für Auswirkungen er haben kann. Wie es einer Frau aber genau damit geht, erfährst du nur, wenn du sie selbst fragt.

5.  Wir bestimmen, wie zukünftige Generationen mit dem Thema umgehen werden

Ich verstehe, dass gerade die Periode auf den ersten Blick eklig erscheinen kann aber wie in Punkt 1 genannt: Der weibliche Zyklus ist mehr als die Periode, es gibt noch 3 andere Phasen. Und auch über die Menstruation sollten wir reden, damit sich in Zukunft Mädchen nicht mehr schämen, wenn sie nach einer Binde fragen. Denn ist das nicht schrecklich? Dass so viele junge Frauen sich für einen völlig normalen Ablauf in ihrem Körper schämen? Dass sie Menstruationsprodukte verstecken als würden sie Drogen schmuggeln?

Viele von uns – mich eingeschlossen – sind in einer Welt aufgewachsen, die so oder so ähnlich ist. Die Geheimhaltungsstufe variiert aber wirklich frei wird selten über den weiblichen Zyklus gesprochen. Und diese Einstellung überträgt sich auf unser Denken, unser Handeln. Egal, ob wir das so wollen oder nicht. Ich wünschte, ich könnte von mir sagen, dass ich frei über den weiblichen Zyklus sprechen kann. Aber das kann ich nicht.

Doch was ich kann, und, was auch du kannst ist, dafür zu sorgen, dass es für die nächsten Generationen anders sein wird. Wenn wir jetzt daran arbeiten, uns anstrengen, um dieses Konzept die Periode mit Scham und den Zyklus mit Schweigen zu behaften zu ändern, dann können wir das schaffen. Es wird nicht leicht, denn diese Einstellung befindet sich seit Jahren in den Köpfen unserer Gesellschaft und so ein Gedankengut loszulassen ist harte Arbeit. Doch es ist möglich und die Belohnung dafür wird eine Generation sein, die frei über den weiblichen Zyklus sprechen kann, in der alle Bescheid wissen, wie er den weiblichen Körper beeinflusst und in der ein normaler körperlicher Vorgang ein normales Gesprächsthema sein kann. Denn wenn wir die schambehaftete Einstellung aufgeben, wachsen unsere Kinder gar nicht mehr damit auf.

Das bedeutet: Die Art und Weise, wie wir über den weiblichen Zyklus sprechen, beeinflusst, wie es die nächsten Generationen tun werden. Die letztendliche Entscheidung, was du tust, liegt bei dir. Aber sie hat Auswirkungen. Also denk darüber nach, wie deine zukünftige Welt sein soll.

Warum wir zu wenig über den weiblichen Zyklus sprechen? Dazu habe ich diesen Essay geschrieben.


Bildquellen: Titelbild: Blue Bird, Gesichter von zwei Frauen: Angela Roma, alle über Pexels

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